Geschichte SG Perach

Eine kurze Chronik der Schützengesellschaft Almenrausch Perach

Die Gründung der Schützengesellschaft Almenrausch Perach e.V. erfolgte im Jahr 1904 unter der Leitung von Dori Feldmann. Anfangs hatte der Verein sein Vereinslokal im Gasthaus Geigl, welches heute als der Bauer Moar-Hansl bekannt ist.

Im Jahr 1912 entschied sich die Familie Geigl, ein neues Gasthaus zu errichten, und die Gesellschaft zog in die neuen Räumlichkeiten um. Während des Ersten Weltkrieges musste der Schießbetrieb vorübergehend eingestellt werden. Nach Kriegsende verlief die Wiederaufnahme der Vereinsaktivitäten eher zögerlich. Die Position des 1. Schützenmeisters wurde von Persönlichkeiten wie Brandl, Lorenz Bux, Franz Kessler und Sepp Eisl bekleidet.

Im Jahr 1926 kam es zu ernsthaften Auseinandersetzungen innerhalb der Gesellschaft, die schließlich zur Trennung der Schützen aus Adelstetten von Perach führten. Unter der Führung von Sepp Eisl wurde die eigenständige Schützengesellschaft Edelweiß Adelstetten gegründet.

Nach dieser turbulenten Phase übernahm erneut Franz Kessler das Amt des 1. Schützenmeisters und setzte sich entschlossen für das Fortbestehen der Gesellschaft ein. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die meisten Schützenkameraden in den Kriegsdienst berufen, was erneut eine vorübergehende Einstellung des Schießbetriebs notwendig machte.

Gruppenbild 1912
Gruppenbild 1952

Neubeginn, neue Schützenkette und Bau des Schützenstandes beim Gomei

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Wiederaufnahme des Schießsports, war es erneut Franz Kessler, der die Initiative ergriff und den Neustart der Gesellschaft vorantrieb. Das ursprüngliche Vereinslokal, das Gasthaus Geigl, hatte mittlerweile seine Türen geschlossen und die Konzession für ein neues Gasthaus war an Gamstatter verkauft worden.

Im Jahr 1948, nach der Eröffnung des Gasthauses Gamstatter in Perach, zog die Gesellschaft in diese neue Lokalität um. Andreas Kamml übernahm das Amt des 1. Schützenmeisters. Der Schießstand war zu dieser Zeit im Vergleich zu modernen Standards noch recht einfach. Die Schützen schossen durch eine Tür ins Nebenzimmer, das durch große Holztafeln zur Gaststube hin abgeschirmt wurde. Nach dem Schießbetrieb musste alles wieder aufgeräumt werden.

In dieser Ära lag der Schwerpunkt des Schießbetriebs auf geselligem Beisammensein und freundschaftlichen Wettkämpfen mit anderen Vereinen. Weitere Schützenmeister in dieser Periode waren Martin Fürst, Franz Perenski und Andreas Baumgartner.

Ab dem Jahr 1954 übernahm Heinrich Geigl die Vereinsführung, die er bis zum Herbst 1973 mit nur einer kurzen Unterbrechung innehatte. Als die Wirtin (Nanei) einen Saal an das bestehende Gasthaus anbaute, wurde es möglich, im Saal zu schießen, aber nach jedem Schießen musste der Raum wieder geräumt werden. Das sportliche Interesse wuchs, und die Schützen versuchten sich in Rundenwettkämpfen, mussten jedoch bald erkennen, dass die Leistungen noch Raum für Verbesserungen ließen. Dank Spenden der Mitglieder konnte im Jahr 1969 eine neue Schützenkette angeschafft werden, da die alte während des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen war.

Als die Wirtin plante, den Saal erneut zu erweitern, begannen erfolgreiche Verhandlungen über den Bau eines eigenen Schützenkellers, der schließlich in Eigenleistung mit sechs Luftgewehrständen errichtet wurde. Im November 1972 wurde der Schützenkeller nach vielen freiwilligen Arbeitsstunden von einem Sachverständigen abgenommen und im Frühjahr 1973 mit einem Eröffnungsschießen offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.

Franz Hogger wird Schützenmeister, Gauschießen und zwei Gaukönige

Im Herbst des Jahres 1973 entschied sich Heinrich Geigl nach zwei Jahrzehnten als 1. Schützenmeister, sein Amt niederzulegen. In den darauf folgenden Neuwahlen wurde Eduard Eckert zum neuen 1. Schützenmeister gewählt, und Heinrich Geigl erhielt die besondere Ehre, von der Versammlung zum Ehrenschützenmeister ernannt zu werden. Leider verstarb Eduard Eckert im Frühjahr 1974 aufgrund eines Herzinfarkts. Sein Nachfolger wurde Franz Hogger, der die Geschicke der Gesellschaft bis 1994 lenkte.

Das 75-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1979 wurde mit einem beeindruckenden Preisschießen gefeiert. Zu diesem Anlass wurde der Schießstand mit einer modernen elektrischen Scheibenzuganlage ausgestattet, und im Saal wurden zusätzlich sechs weitere Schießstände eingerichtet. Im selben Jahr erhielt die Gesellschaft die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt.

Um die Kameradschaft innerhalb der Gesellschaft zu pflegen, unternahmen die Schützen gemeinsame Busausflüge, veranstalteten im Sommer Kegelabende und organisierten Kegelausflüge. Bei Gaumeisterschaften konnte die Schützengesellschaft Almenrausch Perach e.V. wiederholt erste Plätze erringen.

Im Jahr 1984 erhielt die Gesellschaft vom Gau den Auftrag, das Gauschießen des Rupertigaus im Jahr 1985 auszurichten. Die 76 Mitglieder der Gesellschaft stellten sich mit großem Einsatz und Enthusiasmus dieser ehrenvollen Aufgabe und trugen maßgeblich zum erfolgreichen Verlauf bei.

In den Jahren 1986 und 1989 wurden zwei Schützenkameraden zu Gaukönigen gekrönt: Hans Kästl im Jahr 1986 und Edi Reichl im Jahr 1989.

Edi Reichl
Hans Kästl

Vereinslokal geschlossen, Hochwasser und Dorffest

Im Jahr 1994, nach einer eindrucksvollen 20-jährigen Amtszeit, trat Franz Hogger als 1. Schützenmeister zurück, und Stefan Prantler wurde als sein Nachfolger gewählt. Als Anerkennung für seine langjährige und hervorragende Führung wurde Franz Hogger von der Jahreshauptversammlung zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Im selben Jahr feierte der Verein sein 90-jähriges Bestehen, ein Meilenstein in seiner Geschichte. Zu diesem besonderen Anlass wurde innerhalb des Vereins eine wunderschöne Schützenscheibe ausgeschossen, die großzügigerweise von Hilde Hogger gestiftet wurde und schließlich vom Ehrenschützenmeister gewonnen wurde.

Die Jahre von 1997 bis 2000 stellten die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Das Vereinslokal musste vorübergehend geschlossen werden, doch dank des starken Zusammenhalts und des ausgeprägten Kameradschaftsgeistes der Mitglieder konnte diese Phase erfolgreich überstanden werden. Bevor der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, war es jedoch notwendig, einen Notausgang für den Schützenkeller einzurichten. Die Schützenkameraden bewiesen erneut ihren beeindruckenden Teamgeist und investierten unzählige unentgeltliche Arbeitsstunden, um diese Aufgabe ordnungsgemäß zu bewältigen. 2000 legt Stefan Prantler nach 6 Jahren das Amt des 1. Schützenmeisters nieder und Alois Fritzenwenger wurde als Nachfolger gewählt.

Auch die Schützengesellschaft Perach blieb nicht von den Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers im Jahr 2002 verschont. Das Grundwasser stieg bis zu 50 cm tief in den Schützenkeller und richtete erhebliche Schäden an. Doch durch harte Arbeit und Engagement konnte auch diese Herausforderung erfolgreich gemeistert werden.

Seit dem Jahr 1998 wird das „Peracher Dorffest“ alljährlich gefeiert, traditionell am dritten Samstag im Juli, gemeinsam mit dem Jahrtag der Ortsvereine. Der Schützenverein beteiligt sich aktiv an der Ausgestaltung dieses Festes. Auch die Schützenjugend findet hier ihren festen Platz, und die Vereine tragen maßgeblich zur Bereicherung des Dorflebens bei.

Der Verein wird 100 Jahre alt – 2004

100 Jahre Almenrausch Perach: Jubiläumsfeierlichkeiten und Jugendförderung

Das Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen begann glanzvoll mit der Ausrichtung der Gemeindemeisterschaft für Luftgewehr und Luftpistole. Die von Johann und Adelheid Kästl gestiftete Jubiläumsscheibe sicherte sich Hans Eisl (SG Eichenlaub Straß). Im September folgte der offizielle Festabend im Gasthaus Alpenblick in Perach, dem ein feierlicher Gottesdienst vorausging. Im Gedenken an die verstorbenen Mitglieder legte der Verein am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Zahlreiche Ehrengäste sowie die Orts- und Schützenvereine der Gemeinde Ainring feierten gemeinsam diesen historischen Meilenstein.

2011 – 2013: Umbrüche und Eigenleistung

Nach Jahrzehnten musste die Wirtin Rosa Gamstatter ihr Gasthaus aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Das Gebäude wurde von Christian Schaider erworben; bis 2013 führte der Cateringbetrieb Hermann Hussauf die Gaststätte fort. Als das Vereinslokal erneut vor der Schließung stand, ergriffen die Schützen die Initiative: Dank des Entgegenkommens von Christian Schaider konnte 2013 in beträchtlicher Eigenleistung das heutige Schützenstüberl errichtet werden.

2015 – 2019: Modernisierung und Führungswechsel

Während der Saal 2015 als Büro vermietet wurde, erweiterten die Mitglieder das Stüberl um einen Umkleideraum. Auch von Naturgewalten blieb der Verein nicht verschont: Ein erneutes „Jahrhunderthochwasser“ zwang die Mitglieder zu massiven Abpumparbeiten. Dennoch investierte man in die sportliche Infrastruktur und installierte feste Auflagen an den Schießständen.

Ein Generationenwechsel vollzog sich 2016: Nach 16 Jahren im Amt legte der 1. Schützenmeister Alois Fritzenwenger sein Amt nieder. Die Jahreshauptversammlung wählte Markus Burgthaler einstimmig zu seinem Nachfolger. Unter seiner Führung startete 2017 eine umfassende technische Modernisierung. Der Verein ersetzte die alten elektrischen Stände durch elektronische Anlagen. In Eigenleistung erneuerten die Mitglieder die Elektrik, die Vernetzung und renovierten das Stüberl inklusive einer neuen Holzdecke, Beleuchtung und einer neuen Theke – als Antwort auf die vorangegangenen Hochwasserschäden.

 

2020 – 2024: Pandemie und neue Wege

Die weltweite Corona-Pandemie brachte das Vereinsleben 2020 und 2021 nahezu zum Stillstand. Da kein Schießbetrieb möglich war, ging Markus Fundeis als der Schützenkönig mit der längsten Amtszeit in die Vereinsgeschichte ein. Nach dieser Zwangspause meldete sich der Verein 2024 mit einem Paukenschlag zurück: Anlässlich der Bierzeltwoche in Feldkirchen richteten wir erstmals ein Bierzeltschießen aus. Der enorme Aufwand für Planung und Aufbau wurde durch 560 Teilnehmer belohnt – ein großer Erfolg für den Verein und die Werbung für den Schießsport insgesamt.

2024 – 2026: Die Weichenstellung für die Zukunft

Trotz der sportlichen Erfolge stand die Standortsicherung im Vordergrund, da der „Gomei“ verkauft wurde. Nachdem sich die Vision eines gemeinsamen Vereinsheims für die Peracher Vereine (EC, Schnalzer und Schützen) in der Gemeinde Ainring nicht realisieren ließ, wurde eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen. Da der benachbarte Verein SG Tell vor der Auflösung stand, während wir eine starke Führung, aber keine Bleibe mehr hatten, fiel der Entschluss zur Verschmelzung.

Im Frühjahr 2026 wurde dieser Prozess vollendet. Unter dem neuen Namen Schießgemeinschaft Tell Perach Freilassing e.V. beziehen die Schützen ihre neue Heimat in den Räumlichkeiten unterhalb des Feuerwehrhauses in Freilassing.

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